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Abschied von der Krise

Zapf schreibt schwarze Zahlen

Bayreuth, 24.04.2008

Zapf verabschiedet sich von der Krise: Der Bayreuther Baudienstleister schreibt wieder schwarze Zahlen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen nach längerer Durststrecke erstmals wieder Gewinn. Der soll im laufenden Jahr weiter steigen. „Und für das Jahr 2009 rechnen wir mit einer nochmaligen Zunahme“, so der neue Zapf-Geschäftsführer Heinrich Büsing. Dann erstmals ohne einen Ergebnisbeitrag des Großprojektes Netzaberg.

Seit fünf Wochen führt Büsing gemeinsam mit Henning Voss die Geschäfte bei Zapf. Das Unternehmen kennt er allerdings bereits deutlich länger: Büsing war vor seinem Zapf-Einstieg bei der Goldman-Sachs-Gruppe tätig. Genauer: Er war Leiter des Firmenkundengeschäfts bei Archon – dem Institut, das die Delmora-Bank, also die Bad Bank der insolventen Schmidt-Bank, übernahm. „Und natürlich haben wir dabei auch die großen Engagements übernommen“, so Büsing in einem KURIER-Gespräch. „Zapf war eines davon.“

Schicksal mitverfolgt

Auf diesem Weg kam der gelernte Diplomkaufmann und Banker fast auf den Tag genau vor zwei Jahren in den Beirat des Bayreuther Bauunternehmens. „Ich habe das Schicksal von Zapf mitverfolgt“, sagt der 51-jährige gebürtige Oldenburger. Und ihm sei immer klarer geworden: „Da muss Ruhe rein. Da muss Linie rein.“

Er sei also nicht gekommen, um schnell mal die Firma umzukrempeln und dann wieder zu verschwinden. „Mein Vertrag ist erst nach drei Jahren kündbar“, sagt Büsing. Kontinuität sei ihm wichtig, und dafür handele er auch gerne mal einen unüblich lang laufenden Kontrakt aus. Es soll ein Signal sein – nach innen und außen: Die unsteten Zeiten sind vorbei.

Verantwortung zurückgeben

Wie er und Finanzchef Henning Voss Zapf auf Kurs bringen wollen? Seit fünf Wochen ist Büsing im Unternehmen – genauso lange hatte er sich Zeit gegeben, „um mich schlau zu machen“. Jetzt handelt er: Von den allermeisten externen Beratern, die bei Zapf in der jüngeren Vergangenheit ein- und ausgingen, hat er sich verabschiedet. „Ich glaube nicht an die allzu komplizierten Lösungen“, so Büsing. Seine einfache und bereits wirksame Maßnahme: „Zapf hat viele Mitarbeiter, die dem Unternehmen seit 15, 20 Jahren oder noch länger die Treue halten.

Das sind die Leute, mit denen die Firma Erfolge eingefahren hat.“ Den guten Zapfern wird Büsing Verantwortung zurückgeben und er baut darauf, dass sie wieder gewonnenen Freiraum nutzen. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu neuem Wir-Gefühl: Zum 1. März sind Teile der Betriebsvereinbarung aufgehoben. Kurzarbeit und Gehaltseinbußen gibt es nicht mehr. „Das ist, was den kleinen Leuten weh tut und sie vielleicht auch demotiviert hat.“ Also: weg damit.

Weniger Kündigungen

Zapf kann es sich auch wieder leisten: 2007, so steht seit wenigen Tagen fest, hat das Unternehmen schwarze Zahlen geschrieben. 2008 wird die Entwicklung weitergehen – auch wenn die Trennung von Mitarbeitern vorwiegend aus dem Unternehmensbereich Wohnen Geld kosten wird. Übrigens: Zu den im Herbst 2007 angekündigten 200 Kündigungen ist es laut Büsing nicht gekommen. „Wir liegen deutlich darunter. So viele Leute zu kündigen, hätte die Kernmannschaft gefährdet.“ Und auch 2009 soll der Aufwärtstrend anhalten, dann erstmals ohne einen Ergebnisbeitrag des Großprojektes Netzaberg.

Autor: Frank Schmälzle



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