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Porzellanhersteller Rosenthal ist pleite
Porzellanhersteller Rosenthal ist pleite
Noch wird produziert, aber die Unsicherheit ist groß
Selb / Speichersdorf, 12.01.2009
Schock in Oberfranken: Der Traditions-Porzellanhersteller Rosenthal, der in diesem Jahr 130 Jahre alt wird, ist insolvent.
Damit hat die Pleite der irischen Muttergesellschaft Waterford Wedgwood auch das weltbekannte Unternehmen aus Selb mit in den Abgrund gezogen. Zwar hatte Rosenthal zunächst mitgeteilt, selber nicht betroffen zu sein, doch habe man durch die Waterford-Pleite trotz intensiver Verhandlungen des Vorstands nicht mehr auf vereinbarte Kreditlinien zugreifen können, sagte Sprecherin Sabine Schrenk dieser Zeitung.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Hof den Nürnberger Rechtsanwalt Volker Böhm, der den Geschäftsbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Vorstand uneingeschränkt fortführen will. Und er machte Hoffnung: "Da es sich nur um eine Auswirkung aus der Insolvenz der Mutter handelt, sehe ich gute Chancen für Rosenthal." Insgesamt beschäftigt Rosenthal 1545 Mitarbeiter, davon 1300 in Deutschland. 460 sind es in der Produktion in Selb, 500 in Speichersdorf.
Bei der Suche nach einem Käufer habe Rosenthal den Wettlauf mit der Zeit zunächst verloren, sagte Schrenk, die aber betonte, dass weiter mit einem interessierten Investor verhandelt werde und die Verhandlungen weit gediehen seien. Der Vorstand gehe weiterhin von einem raschen Abschluss aus. Leichter dürften die Verhandlungen aber kaum werden, schließlich reden jetzt auch die Insolvenzverwalter mit.
Es sei aber durchaus möglich, Rosenthal auch aus der Insolvenz zu kaufen, so die Sprecherin. Welcher Kapitalbedarf besteht, wollte sie nicht sagen. Keine Auskunft konnte sie auch darüber geben, ob der gestern vom US-Investmentfonds KPS Capital Partners in Aussicht gestellte Kauf zumindest von Teilen von Waterford Wedgwood Auswirkungen auf Rosenthal haben könnte.
Das Unternehmen hatte im Halbjahresbericht einen Umsatzrückgang um 5,9 Prozent auf 71 Millionen Euro sowie einen operativen Verlust von 7,2 Millionen Euro genannt. Und auch die Prognose fiel eher pessimistisch aus.
Quelle: Nordbayerischer Kurier
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