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Freistaat will Rosenthal helfen

München / Selb, 23.01.2009

Im bayerischen Wirtschaftsministerium wird sich in der kommenden Woche eine hochrangige Runde zur Rettung des insolventen Selber Porzellanhersteller Rosenthal treffen.

Wie lange brennen die Öfen noch bei Rosenthal in Selb?

Das teilte ein Vertreter des Ministeriums im Wirtschaftsausschuss des Landtags mit. Neben den Experten des Hauses für Firmenkonsolidierungen sollen daran die Unternehmensspitze, der Insolvenzverwalter und Vertreter der Banken teilnehmen. Dem Unternehmen solle dabei das "komplette Instrumentarium an staatlichen Hilfen" angeboten werden, so der Ministerialbeamte. Rosenthal war Anfang Januar wegen der Insolvenz seiner irischen Muttergesellschaft Waterford Wedgwood in Bedrängnis geraten.

Bei der Rettung von Rosenthal handle es sich um ein "komplexes Verfahren", da deutsches und irisches Insolvenzrecht berücksichtigt werden müsse. Erschwerend komme hinzu, dass Rosenthal nach EU-Recht als "Unternehmen in Schwierigkeiten" gelte, solange das Insolvenzverfahren laufe. Dies schränke die Handlungsmöglichkeiten des Staates ein. Eine Neugründung des Unternehmens aus der Insolvenz mit einem Investor würde die Hilfen erleichtern. Es wäre dann eine Höchstförderung nach den Vorgaben der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur möglich. Zur Übernahme von Staatsbürgschaften zur Rettung von Rosenthal äußerte sich der Ministeriumsvertreter nicht.

Der Wirtschaftsausschuss stellte sich einstimmig hinter die Bemühungen der Staatsregierung zur Rettung des Traditionsunternehmens. Auf der Grundlage zweier Anträge von SPD und CSU forderte das Gremium die Staatsregierung auf, "sich für den Erhalt des Unternehmens Rosenthal an den Standorten Selb und Speichersdorf einzusetzen und damit die Sicherung der Arbeitsplätze zu gewährleisten". So müsse alles unternommen werden, um den Fortbestand des Unternehmens finanziell abzusichern. Als mögliche Maßnahmen wurden Kredite oder Bürgschaften der Bayerischen Landesbank oder der staatlichen LfA-Förderbank genannt. Zudem müsse versucht werden, die Geschäftsbanken mit in die Verantwortung zu nehmen.

Nach den Worten des SPD-Abgeordneten Paul Wengert wäre das Aus für Rosenthal ein "schwerer Schlag für die Leitindustrie einer ganzen Region". Für das Unternehmen müsse nun rasch ein Fortführungskonzept erarbeitet und ein Investor gefunden werden. Bei diesem müsse es sich, so CSU-Wirtschaftssprecher Erwin Huber, um einen strategischen Partner handeln, der dauerhaft mit Eigenkapital einsteige. "Ein reiner Finanzinvestor würde die Probleme nicht lösen", so Huber. Der Wunsiedler CSU-Abgeordnete Martin Schöffel wertete des Landtagsbeschluss als "klares Signal für die Zukunft von Rosenthal". Die Menschen in Oberfranken würden erwarten, dass die Politik alles in ihrer Macht stehende tue, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Für die ohnehin gebeutelte Region brauche es deshalb eine "bevorzugte Behandlung".

Quelle: Nordbayerischer Kurier



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