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Startseite News & Termine Creditreform News Lokale Nachrichten Viel Aufregung um die Rosenthal AG in Selb

Viel Aufregung um die Rosenthal AG in Selb

Selb, 25.06.2008

Am Montag wurde bestätigt, dass der größte deutsche Porzellanhersteller verkauft werden soll. Der Hauptaktionär, der irische Kristallglas- und Porzellan-Konzern Waterford Wedgwood, dem 90 Prozent der Rosenthal-Aktien gehören, hat in einer so genannten ad-hoc-Pflichtmitteilung an die Börse zugegeben, die Investment-Banken JP Morgan und Cazenove mit der Suche nach einem Käufer des Aktienpakets beauftragt zu haben.

Vorstandsvorsitzender Ottmar C. Küsel reagierte in einem Gespräch mit der Frankenpost zurückhaltend. Er habe die Nachricht erst am Sonntag erhalten, empfinde sie allerdings nicht als allzu große Überraschung. Gerüchte gebe es schon seit zwei Jahren. Bewerten und kommentieren könne und dürfe er die Entscheidung der Konzernleitung nicht. Fest stehe aber für ihn, dass ein solcher Verkauf sich nicht negativ auf die Rosenthal AG auswirken müsse.

Ihm sei es sehr wichtig, die Beschäftigten zu beruhigen. Erstens gehe es weiter wie bisher. Und zweitens könne man davon ausgehen, dass ein neuer Investor nicht die Absicht habe, eine Firma mit einem solch großen Namen zu übernehmen und sie dann kaputt zu machen. Für ihn – Küsel – sei klar, das ein neuer Investor weiterentwickeln und nicht abwickeln wolle. „Arbeitsplätze sind also nicht gefährdet.“

Rosenthal, so unterstreicht Küsel, sei mittlerweile voll wettbewerbsfähig. Das treffe besonders für das hochmoderne Werk Thomas am Kulm zu, aber auch für das Werk am Selber Rotbühl, wo die hochwertigeren Produkte hergestellt werden. Küsel: „Also, keine Angst! Ich will alles tun, damit Rosenthal künftig sichere Arbeitsplätze anbieten kann.“

Auch in Branchenkreisen wird die Ankündigung von Waterford Wedgwood nicht als Sensation gewertet. Der irisch-englische Konzern, der von dem irischen Milliardär Anthony O‘Reilly finanziert und geführt wird, leidet seit mindestens sieben Jahren unter massiven Liquiditätsschwierigkeiten. Die haben ihre Ursache in dem seit dem Terroranschlag von 2001 immer schwächer werdenden Käufermarkt in den USA (dem größten Markt von Waterford Wedgwood) und zum anderen in der Schwächedes US-Dollars gegenüber dem Euro. Die neuen Top-Manager O‘Reillys wollen deshalb durchgreifen und den hoch verschuldeten Konzern neu ausrichten.

Ob die Rosenthal AG, die im Geschäftsjahr 2008 wegen ihrer eigenen Restrukturierungsmaßnahmen vermutlich einen Verlust ausweisen wird, nun wirklich verkauft wird, ist längst nicht klar. Erst muss einmal ein Käufer gefunden werden, der bereit ist, den Iren so viel Geld zu geben, damit ein Verkauf für sie überhaupt Sinn macht. Immerhin hofft man (der Financial Times zufolge) in der Konzern-Zentrale auf 150 bis 200 Millionen Euro.

Heftig spekuliert wird natürlich darüber, wer eventuell in Selb einsteigen könnte. Natürlich stehen im Vordergrund der Überlegungen Finanzinvestoren, also Finanzverwalter, die das Geld ihrer Kunden gut anlegen wollen. Hartnäckig halten sich allerdings Gerüchte, wonach auch vermögende deutsche Familien Interesse an dem großen Namen aus Oberfranken haben.



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