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Hohe Spritpreise bedrohen die Taxler
Hohe Spritpreise bedrohen die Taxler
Der Unmut über die kontinuierlich steigenden Spritpreise wächst
Bayreuth, 11.07.2008
Bayreuther Taxifahrer hoffen auf eine baldige Erhöhung der Fahrpreise. Speditionsunternehmen legen bereits – um nicht über kurz oder lang Insolvenz anmelden zu müssen – die höheren Dieselkosten auf die Kunden um.
"Entweder wir legen die höheren Preise auf die Kunden um oder wir gehen zum Amtsgericht und melden Konkurs an", sagt Frank Steinbach, Geschäftsführer der Spedition Steinbach in Bayreuth. Allein seit Beginn dieses Jahres seien die Gesamtkosten – nicht nur bedingt durch die höheren Spritpreise – um sechs bis sieben Prozent gestiegen. Damit habe das Unternehmen schon zu kämpfen, so Steinbach. Mit den Kunden würde nun individuell die Konditionen angepasst. Allerdings, räumt Steinbach ein, könnten Kostensteigerungen nie sofort auf die Kunden umgelegt werden – die Zeitspanne zwischen Preissteigerung und dem Preisangleich treffe die Spedition besonders.
Enorme Mehrkosten
Um auf Preisveränderungen auf dem Markt schnell reagieren zu können, richtet sich die Bayreuth Spedition Wedlich seit rund zwei Monaten nach dem Dieselpreisindex des Mineralölwirtschaftsverbandes. Entsprechend dieses Indexes würden Ab- und Zuschläge an die Kunden weitergegeben, erklärt Geschäftsführer Christian Wedlich. „Anders sind die Dieselpreise wirtschaftlich für uns nicht tragbar“, sagt Wedlich. Allein in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres hätten sich für die Spedition aufgrund der steigenden Spritpreise Mehrkosten in Höhe von 40 000 Euro ergeben. "Darauf mussten wir reagieren", sagt Wedlich.
Die Kunden reagieren auf die veränderten Konditionen bisher weitgehend verständnisvoll, sagt Wedlich. Auch wenn erkennbar sei, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis intensiver geprüft werde und es verstärkt Diskussionen gebe. Ähnliche Erfahrungen hat Frank Steinbach gemacht – aufgrund der umgelegten Preise hat die Spedition sogar schon einen Kunden verloren. Mit verschiedenen Maßnahmen – optimierte Nutzfahrzeuge und Reduzierung von Leerkilometern – versucht das Unternehmen, den Dieselverbrauch zu reduzieren.
Bisher wirke sich die Spritpreiserhöhung noch nicht auf sein Gehalt aus, berichtet Taxifahrer Thomas Schmelzer, der seit 19 Jahren fährt. Die Angst um seinen Arbeitsplatz sitzt ihm aber schon seit einigen Jahre im Nacken. Die steigenden Spritkosten und das Einkommen für die Fahrer ließen sich bei einer ähnlichen Weiterentwicklung nicht zugleich decken.
Der oft erwähnte Gewinn durch Fahrgäste, die auf Taxen umsteigen, statt privat zu fahren, sei ein Gerücht, erzählt Andrea Gessler. Sie fährt seit 17 Jahren und hofft auf eine baldige Erhöhung der Fahrpreise. Haben die Taxiunternehmen einen solchen Antrag eingereicht, müssen Stadtrat und Verkehrsausschuss über die Genehmigung entscheiden. Der Prozess ziehe sich jedoch über Monate, kritisiert Schmelzer. Die letzte Tarifänderung gab es im März 2007. Seither kostet der Kilometer etwa 1,45 Euro. Es sei also kaum möglich, auf die Schwankungen der Spritpreise zu reagieren.
Quelle: "Fränkischer Tag"
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