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Kein Horror, aber steigende Preise fürs Gas
Kein Horror, aber steigende Preise fürs Gas
Gas wird immer teuerer: Kommt Über die angekündigten 25 Prozent hinaus ein weiterer Preissprung um 40 Prozent schon in diesem Herbst?
Bayreuth, 11.06.2008
Was jetzt im Bundesumweltministerium befürchtet wird, nennt der Geschäftsführer der Bayreuther Energie- und Wasserversorgung (BEW) GmbH, Hans Nestmann „eine Horrorvorstellung, die sich meiner Meinung nach aus der jetzigen Faktenlage nicht richtig erklären lässt“. Doch so viel ist klar: Die Beschaffungspreise steigen und die BEW wird voraussichtlich zum 1. Oktober den Gaspreis anheben. Viele andere Versorger haben dies bereits zum 1. April getan.
Während der Verband der Energiewirtschaft und der große Energieanbieter E.ON mit einer prognostizierten Preissteigerung von 20 bis 25 Prozent bereits eine Größenordnung vorgegeben haben, wollte sich Nestmann zum jetzigen Zeitpunkt nicht festlegen. Grund dafür: Noch lägen nicht alle Faktoren, die zur Gaspreisbildung beitragen, auf dem Tisch. Dazu gehört laut Nestmann vor allem die weitere Entwicklung des Ölpreises, an den der Gaspreis nach wie vor gekoppelt ist.
Tatsächlich stelle er sich die Frage, ob die Bindung des Gaspreises an den zuletzt immer weiter steigenden Ölpreis noch sinnvoll sei. Es sei schwer nachvollziehbar, dass politische Unwägbarkeiten im Nahen Osten, die durchaus Einfluss auf den Ölpreis haben könnten, auch Wirkung auf den Gaspreis haben sollten. In Deutschland verbrauchtes Gas stamme eben nicht aus dem Nahen Osten, sondern zum großen Teil aus russischen und norwegischen Vorkommen. Auch die Tatsache, dass die weltweiten Gasreserven größer seien als die des Öls lasse den Fortbestand der Preisbindung überdenkenswert erscheinen.
Die BEW hatte nach Angaben ihres Geschäftsführers den Gaspreis im vergangenen Jahr am 1. Januar und am 1. April gesenkt. Im Oktober folgte dann eine Erhöhung. Die nächste Preisrunde, bei der andere Versorger ihre Tarife zum 1. April angehoben hatten, habe man ausgelassen. Nestmann: „Wir hatten die Erwartung, dass die Ölpreis-Blase platzt und sich das Preisniveau wieder etwas normalisiert.“
Danach sieht es allerdings nicht aus, daher stehe voraussichtlich zum 1. Oktober diesen Jahres eine Erhöhung an. Die BEW legt damit die gestiegenen Beschaffungskosten auf ihre Kunden um. „Das macht niemandem Spaß. Und uns schon gar nicht“, so der BEW-Geschäftsführer.
Frank Schmälzle
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