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Eine Pleite und ihre Perspektiven

Acht Monate nach der Insolvenz ist sicher nicht alles in Butter, aber doch vieles auf einem guten Weg

Bayreuth, 21.11.2008

 

Das Elektro-, Heizungs- und Sanitärunternehmen Bechert GmbH & Co. KG ist tot. Es leben seine Nachfolger.

Und die sind mehr als einer – darauf legt Erich Goldammer Wert. Goldammer hatte die Geschäftsführung inne, als Bechert in die Bredouille geriet. Das Unternehmen stolperte zuletzt über einen Großauftrag in München: Ausbleibende Zahlungen trotz ordentlicher Arbeit, unterschätzter Aufwand und die übliche Maschinerie, die in Gang kommt, wenn es einem Unternehmen schlecht geht: Die Ursachen der Insolvenz sind vielfältig – doch sie scheint überwunden.

Erich Goldammer ist heute Chef eines Nachfolgeunternehmens. Die Bechert Technik und Service GmbH führt den Unternehmensbereich Kundendienst, Service und Wartung weiter. Inzwischen wickelt die neue Gesellschaft, die etwa 70 der einst 260 Bechert-Mitarbeiter beschäftigt, auch wieder gewerbliche Projekte im überschaubaren Rahmen ab. Am Bau des neuen Studentenwohnheims, das auf dem Areal der Kirchenmusikschule entsteht, ist die Bechert Technik und Service beteiligt. Auch Umbauten am Klinikum standen bereits auf den Auftragslisten der jungen Firma mit der langen Geschichte. Solche Projekte, die ein Volumen von einer halben Million Euro nicht übersteigen, "lassen sich mit der Mannschaft, die wir jetzt haben, sehr gut bewältigen", sagt Goldammer. Sehr gut heißt auch: durchaus profitabel.

So wie es jetzt ist, ist es gut. Viel größer will Goldammer mit der jetzigen Firma Bechert gar nicht werden. Den Auszubildenden, die das Unternehmen bereits wieder an Bord hat, eine Chance auf Weiterbeschäftigung geben, und auf diesem Weg organisch wachsen – das ist sein Ziel.

Neben der Bechert Technik und Service GmbH haben sich aus der Insolvenz heraus weitere Entwicklungen ergeben. "Viele unserer ehemaligen Mitarbeiter haben bei regionalen Mitbewerbern neue Beschäftigung gefunden", sagt Goldammer.

Denn just als die Bechert GmbH & Co. KG den Geschäftsbetrieb einstellen musste, hatten andere Unternehmen Personalbedarf. So haben auch 25 ehemalige Bechert-Beschäftigte gemeinsam mit der Geschäftsleitung der Firma SES Schnaittenbach, die Sicherheitssysteme, Elektroinstallationen und Schaltanlagen liefert, installiert und wartet, ein neues Unternehmen in Bayreuth gegründet. Nach sechs Monaten lässt sich laut SES bereits eine erste positive Bilanz ziehen. Das Unternehmen befinde sich auf Wachstumskurs, die Aufträge reichten bis ins zweite Quartal 2009 hinein. Demnächst werde SES am Standort Bayreuth in die Lehrlingsausbildung einsteigen. Zwei bis drei Auszubildende pro Jahr sollen es werden.

Zwei neue Niederlassungen

Mehr noch ist gewachsen: Das Dresdener Elektrotechnikunternehmen Duatech hat laut Goldammer in Bayreuth eine Niederlassung eröffnet und Mitarbeiter der ehemaligen Bechert-Belegschaft eingestellt. Mit der Hammer GmbH ist ein Ableger jenes Unternehmens in Bayreuth entstanden, das in den Tagen der Bechert-Insolvenz als potenzieller Übernehmer galt. Die Firma ist eine Tochter der Ludwig Hammer GmbH aus Kleinostheim und Anbieter der Gewerke Heizung, Klima, Lüftung, Sanitär und Gebäudeautomation.

"30 ausgesuchte Mitarbeiter des in Insolvenz geratenen Bayreuther Haustechnikunternehmens Bechert GmbH & Co. KG verbinden ihre langjährige Erfahrung und gut fundierte fachliche Ausbildung mit der Leistungsfähigkeit der Ludwig Hammer GmbH im neuen Unternehmen Hammer Bayreuth GmbH“, heißt es in einer Unternehmensmitteilung ausdrücklich. Für Goldammer zählt unter dem Strich eines: Die Allermeisten, die im Frühjahr von der Insolvenz betroffen waren, sind wieder in Beschäftigung.

Quelle: "Nordbayerischer Kurier"



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