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Wirtschaftslage Handwerk, Frühjahr 2012

Wirtschaftslage Handwerk, Frühjahr 2012Publikation vom 15.03.2012:

Hochkonjunktur im Handwerk beste Geschäftszahlen der letzten zehn Jahre

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Startseite News & Termine Creditreform News Online-Archiv Archiv 2011 Aktuelle Analyse: Wirtschaftslage im Handwerk

Wirtschaftslage Handwerk, Frühjahr 2011

Geschäftslage auf Rekordniveau - weiterhin großer Optimismus

Neuss, 17.03.2011

Die Stimmungslage im Handwerk ist derzeit so gut wie lange nicht. 52,3 Prozent und damit gut die Hälfte der von Creditreform befragten 3.048 Handwerksbetriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mit den Noten „gut“ oder „sehr gut“ (Vorjahr: 35,4 Prozent). Lediglich 4,2 Prozent der Befragten vergeben ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Vor einem Jahr äußerte sich noch jeder Zehnte (9,6 Prozent) derart unzufrieden.

Die positive Stimmung unter den Handwerkern kommt nicht von ungefähr: Der Anteil der Handwerksunternehmen, die ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern konnten, hat sich von 21,2 auf 32,0 Prozent erhöht, während nur noch 14,2 Prozent der Befragten von Umsatzeinbußen betroffen waren. Im Vorjahr hatten noch doppelt so viele Betriebe (30,7 Prozent) unter Umsatzrückgängen zu leiden. Damit erreicht der Saldo aus positiven und negativen Umsatzmeldungen mit plus 17,8 Prozentpunkten den zweithöchsten Wert in den vergangenen zehn Jahren.

Umsätze und Personalbestand gestiegen

Der Konjunkturaufschwung führt in allen Bereichen des Handwerks zu einer verbesserten Umsatzlage. Kräftige Zuwächse erzielten vor allem Unternehmen aus dem Metallhandwerk – 41,8 Prozent der Befragten berichten hier von einem Umsatzplus. Schlechter stellt sich die Umsatzlage im Kfz-Gewerbe dar, wo nur jeder Vierte (26,1 Prozent) einen Umsatzanstieg erreichte. Dennoch überwiegen auch hier – wie in allen Handwerksgruppen – die Positivmeldungen.

In den zurückliegenden Monaten standen bei vielen Handwerkern Personalaufstockungen auf der Tagesordnung. So beschäftigen derzeit 22,3 Prozent der Betriebe mehr Mitarbeiter als vor einem Jahr. 13,6 Prozent der Handwerksunternehmen sind mit weniger Personal ausgekommen. Eingestellt wurden vorwiegend Vollzeitkräfte, während flexible Beschäftigungsverhältnisse wie Teilzeit und 400-Euro-Jobs nur im Dienstleistungshandwerk eine nennenswerte Rolle spielen.

Den größten Arbeitskräftebedarf gab es im Metallhandwerk. 28,4 Prozent der Unternehmen dieser Handwerksgruppe haben ihr Personal aufgestockt, gefolgt vom Dienstleistungshandwerk mit 26,1 Prozent. Kaum höher als im Vorjahr war die Einstellungsbereitschaft diesmal im Bauhandwerk. Allerdings sorgte gerade dieser Handwerksbereich durch seinen hohen Personalbedarf in 2009 für Stabilität während der Wirtschaftskrise. Ein nennenswerter Stellenabbau war nur im Kfz-Gewerbe zu verzeichnen, wo jeder Sechste (16,6 Prozent) den Mitarbeiterbestand verkleinern musste.

Rekordwert bei den Erwartungen

Der Aufschwung im Handwerk dürfte sich im laufenden Jahr fortsetzen. Jeder dritte Handwerksbetrieb (32,7 Prozent) rechnet mit steigenden Umsätzen bis zum Herbst, während sich lediglich jeder Zehnte (9,8 Prozent) pessimistisch zur weiteren Umsatzentwicklung äußert. Im Vergleich zum Vorjahr, als sich optimistische (21,6 Prozent) und pessimistische Umsatzerwartungen (21,9 Prozent) die Waage hielten, ist der Ausblick der Handwerksbetriebe diesmal weitaus zuversichtlicher. Der Saldo aus erwarteten Umsatzsteigerungen und -rückgängen erreicht mit plus 22,9 Prozentpunkten ein neues Zehnjahreshoch.

Mehr als jeder zweite Handwerker (56,6 Prozent) möchte in diesem Jahr Investitionen durchführen (Vorjahr: 50,3 Prozent). Investiert wird dabei vermehrt in den Ersatz von Maschinen und Werkzeugen – das ist bei 62,6 Prozent der investitionswilligen Unternehmen der Fall. Auf 43,6 Prozent leicht zugenommen hat der Anteil derer, die (auch) eine Erweiterung der Kapazitäten planen. Am höchsten ist der Anteil der investitionsbereiten Betriebe im Nahrungsmittelhandwerk (67,1 Prozent der Befragten), gefolgt vom Metallhandwerk (66,3 Prozent) und dem Bauhauptgewerbe (58,6 Prozent).

Das Handwerk liefert aller Voraussicht nach in diesem Jahr einen positiven Beschäftigungsbeitrag. So planen derzeit 18,0 Prozent der befragten Handwerksbetriebe, zusätzliches Personal einzustellen. Das ist ein deutlich höherer Anteil als vor einem Jahr (11,6 Prozent). Nur 5,6 Prozent der Handwerker werden in diesem Jahr Entlassungen vornehmen müssen – 2010 gaben das noch 15,0 Prozent der Befragten an. Kräftige Impulse für die Beschäftigungsnachfrage dürften von sehr jungen Handwerksbetrieben sowie von den Bereichen Metall und Ausbau ausgehen.

Liquiditätslage besser, Eigenkapital aber knapper

Die Handwerksbetriebe sind mit der Zahlungsmoral ihrer Kunden zufriedener als vor einem Jahr. Während 2010 nur 41,0 Prozent der Befragten das Zahlungsverhalten der Kunden mit „gut“ oder „sehr gut“ einschätzten, sind es diesmal 49,0 Prozent. Wann ein Handwerker das Geld für eine erbrachte Leistung erhält, hängt allerdings davon ab, ob es sich um einen Kunden aus dem privaten Sektor oder die öffentliche Hand handelt. Bei privater oder gewerblicher Kundschaft melden 87,7 Prozent der Betriebe den Ausgleich der offenen Forderung nach spätestens 30 Tagen, bei öffentlichen Kunden nur 74,1 Prozent.

Weniger Handwerksbetriebe als im Vorjahr erlitten hohe Forderungsausfälle. Nachdem im Vorjahr noch 18,9 Prozent der Befragten Ausfälle von über 1,0 Prozent ihres Jahresumsatzes hinnehmen mussten, sind diesmal nur 15,1 Prozent der Handwerker betroffen. Ohne uneinbringliche Außenstände blieb nur jeder achte Handwerksbetrieb (12,2 Prozent).

Die Eigenkapitalausstattung der Handwerksbetriebe hat durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gelitten. 36,0 Prozent der Betriebe (Vorjahr: 33,7 Prozent) besitzen eine Eigenkapitalquote, die unterhalb der Marke von zehn Prozent (im Verhältnis zur Bilanzsumme) liegt. Diese Unternehmen gelten als zu schwach kapitalisiert. Eine solide Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent weisen nur noch 13,8 Prozent der Handwerksbetriebe auf. Im Vorjahr war das noch bei jedem Sechsten (16,5 Prozent) der Fall.

Insolvenzen und Konjunkturrisiken

Durch die deutlich verbesserte Wirtschaftslage verringerte sich aber das Risiko für eine Insolvenz. So wurden im vergangenen Jahr im deutschen Handwerk 6.230 Unternehmensinsolvenzen registriert. Das waren 3,7 Prozent weniger als 2009 (6.470 Fälle).

Als schwerwiegender Belastungsfaktor für die konjunkturelle Entwicklung im laufenden Jahr sieht das Handwerk die markanten Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen. So benennt fast jeder zweite Handwerker (43,4 Prozent) den Preisauftrieb als größte Gefahr für die Konjunktur 2011, gefolgt von verschärften Finanzierungs- und Kreditkonditionen (20,5 Prozent) und einer nachlassenden Konsumnachfrage (16,0 Prozent). Lediglich vier Prozent der von Creditreform befragten Handwerker sehen derzeit keine Konjunkturrisiken.

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